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Goethe in der Landeshauptstadt

„Zwei Seelen wohnen, ach! In meiner Brust!"
So beschrieb ein gewisser fiktiver Wissenschaftler im Jahre 1808 den ewigen Konflikt zwischen Gewissen und Versuchung. Und traf es damit ziemlich auf den Punkt - denn wer kann schon abstreiten, dass er mit dieser Aussage bis heute Recht hat? Vielleicht war es gerade das, die immerwährende Aktualität und Brisanz des behandelten Themas, die Goethes „Faust- Der Tragödie erster Teil" zu einem so bedeutenden Werk machten. Denn bis heute zählt es zu allgemeiner literarischer Bildung, Goethes wohl wichtigstes Werk gelesen zu haben. Und auch auf der Theaterbühne bleibt es ein Dauerbrenner.
Eine der etlichen Inszenierungen der Tragödie durften sich 23 Schülerinnen und Schüler am Samstag, den 21. Oktober 2017, im Residenztheater in München ansehen. Zu verdanken hatten die Comenianer diesen tollen Abend drei Mitgliedern des P-Seminars „Theater" unter der Leitung von OStRin Patrizia Gillner: Johanna Feilmeier, Matthias Wolf und Julia Schnelldorfer (alle Q12). Diese drei hatten in den vorherigen Wochen viel Zeit und Arbeit investiert, um den Theaterabend zu organisieren - mit Erfolg: Zusammen mit OStRin Patrizia Gillner, OStRin Monika Gollor und OStR Günther Zillner ging es am Samstag mit dem Bus um ca. 17 Uhr in Richtung Landeshauptstadt.
Als die vergleichsweise kleine Gruppe dann gegen 19:30 endlich im riesigen Stufensaal des Residenztheaters saß und gebannt auf den Beginn der Aufführung wartete, rechnete noch keiner damit, welch beeindruckendes Bühnengeschehen sich ihm bieten würde:
Eine aufregend moderne Darstellung vor gigantischer, beweglicher, fast interaktiver Kulisse.
Mit Originaltexten - und ohne jegliches Tabu. Sei es völlige Nacktheit, Gewalt, Feuer, Blut, Lust oder gar Tod -
ganz ohne Hemmung wurde die tragische Geschichte von Faust, seinem Verführer Mephisto und der Beiden Opfer Gretchen in all ihren Facetten auf die Theaterbühne gebracht. Trotz der Verwendung der Originaltexte schien das Stück und die Geschichte dahinter um einiges verständlicher zu sein als bei bisher gesehenen Aufführungen oder gar als das im Buch geschriebene Wort, wovon vor allem die anwesenden ElftklässlerInnen profitierten - denn der Lehrplan sieht für sie "Faust - Der Tragödie erster Teil" bekanntlich als Pflichtlektüre vor. Doch auch für die ZwölftklässlerInnen in der Gruppe, die des Pudels Kern schon im vergangenen Schuljahr ergründet hatten, und für die LehrerInnen, war es wohl ein Abend der puren Theaterfreude, der die Tragödie in ihr begeisternd brutalstes, aber auch in ihr leidenschaftlich lebendigstes Scheinwerferlicht stellte.
Alessandra Aue

Die Gruppe in München.