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Schulung für die neuen Antidiskriminierungstrainer

„Jetzt stellt mal jeder seine Schuhe vor! Wann und wo er sie gekauft hat und wieso er sie trägt!" So begann der Antidiskriminierungstrainer Richard Wilde vom Netzwerk "Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage" am 12. Oktober 2016 die zweieinhalbstündige Schulung an einem tristen Mittwochnachmittag in der Aula des Schülerheims des Comenius-Gymnasiums Deggendorf.
30 engagierte Schülerinnen und Schüler nahmen an dem Seminar teil und ließen sich von dem Trainer in das komplexe Thema der Antidiskriminierung einführen. In der ersten Stunde erarbeiteten sich die SchülerInnen in Teamarbeit die Begriffe "Rassismus", "Zivilcourage", "Minderheit" und "Mehrheit", wobei die Wörter auf einzelne Plakate geschrieben und danach in Form von Mindmaps alle dazu passenden Begriffe darum herum notiert wurden. Im Anschluss stellten sich die Schülerinnen und Schüler ihr Erarbeitetes vor, um dann mit Trainer Richie einige Statistiken zu besprechen. Nach dem theoretischen Teil der Schulung ging man dann - zur Überraschung einiger Schüler - zu vielen Spielen über, die zeigen sollten, wie schwer Zusammenhalt und Zusammenarbeit teilweise sein kann und wie leicht in einem Spiel einige Auserwählte ausgegrenzt werden können. Die besten Beispiele dafür waren die Spiele "Gordischer Knoten" und "Bergdorf". Bei ersterem stellten sich alle Schüler in einem Kreis auf, streckten die Hände nach vorn und griffen sich dann eine beliebige Hand, welche aber nicht die ihres Nachbarn sein durfte. So entstand ein großes Durcheinander und die Schüler mussten versuchen, diesen Knoten zu entwirren, ohne dabei ihre Hände loszulassen. Dieses Spiel sollte zeigen, dass es wichtig ist, zusammenzuarbeiten und nicht allein bestimmen zu wollen, was die nächste Handlung sein soll, um so den Knoten zu lösen.
Beim Bergdorf-Spiel wurde ein Stuhlkreis gebildet, von dem aber fünf Schülerinnen und Schüler ausgeschlossen wurden und vor die Tür gehen mussten. Die anderen wählten in der Zwischenzeit Wörter aus, die sie durch andere Begriffe ersetzten; so wurde zum Beispiel das Wort "Abschlussball" durch "Schmetterling" und "Lehrer" durch "Kokosnuss" ersetzt.
Des Weiteren wurde ausgemacht, dass bei der Nennung eines Unterrichtsfachs alle Schüler einen Stuhl nach links rutschten. Während des Spiels holte Richie dann nach und nach die Schüler vor der Tür nach drinnen und setzte sie mit in den Stuhlkreis. Jedoch klärte kein anderer diese "Ausgewählten" über das Spiel auf, sodass diese nicht wirklich mitspielen konnten. Am Ende wurden dann die restlichen Schülerinnen und Schüler gefragt, wieso sie denn die anderen nicht über das Spiel aufgeklärt hätten, sodass alle an dem Spaß teilhaben können. Dies ließ viele Schüler nachdenklich werden und einigen wurde klar, wie einfach man - und das vielleicht gar nicht mit böser Absicht - andere ausschließen kann. Insgesamt kamen alle Spiele super bei den zukünftigen AntidiskriminierungstrainerInnen an und der triste Mittwochnachmittag wurde zu einer wertvollen Erfahrung für die Jugendlichen, von denen viele auch als Tutoren tätig sind. Die meisten Schüler erwarten schon voller Vorfreude den zweiten Teil der Schulung, den OStRin Patrizia Gillner am 14. Dezember mit ihnen durchführen wird.
Manuela Stern und Ronja Spießl

Eindrücke vom Antidiskriminierungstraining der 10. Klassen.