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Theaterfahrt zu "Faust"

„Es irrt der Mensch, solang er strebt“ (Der Herr zu Mephisto, Prolog im Himmel, Faust. Der Tragödie erster Teil.)
Es ist mit Abstand das bekannteste Werk Johann Wolfgang von Goethes: Faust. 32 Jahre lagen zwischen der ersten Bearbeitung des Fauststoffes durch Goethe („Urfaust“, 1887 posthum erschienen) und der Veröffentlichung der endgültigen Version, wie man sie bis heute in den Buchläden finden kann. Nicht nur markierte Goethe mit dieser Tragödie einen Höhepunkt der Weltliteratur, auch ist Faust I bis heute fundamentaler Teil des gymnasialen Oberstufenlehrplans im Fach Deutsch.
Aus genau diesem Grund machten sich am Abend des 20. Oktobers vier Busse mit 180 Comenius-SchülerInnen und -LehrerInnen auf den Weg nach Eggenfelden zum Theater an der Rott, wo sie eine beeindruckende Inszenierung der Tragödie erwartete.
Für Schauspielerinnen und Schauspieler gleiche es bis heute einem Adelsschlag, in der Rolle einer Figur aus „Faust“ auf der Bühne stehen zu dürfen, merkte Regisseur Dr. Uwe Lohr bei seiner Ansprache vor dem Publikum zu Beginn an.
Es ist also eine große Ehre für Theaterdarsteller, ein Teil der Geschichte vom verzweifelten und nach uneingeschränkter Erkenntnis suchenden Wissenschaftler Faust sein zu dürfen, der sich nach einer Wette mit Mephisto von diesem zu Lust, Genusssucht und Völlerei verführen lässt und letztendlich seine junge Liebhaberin Gretchen durch seinen jugendlichen Höhenflug ins tiefe Verderben stürzt.
Aufgrund des Bekanntheitsgrades und des literarischen Wertes gibt es natürlich unzählige Inszenierungen und Aufführungen des „Faust I“ - doch Regie und Schauspieler des Theaters an der Rott hatten ihre Bühnenversion der Tragödie mit einigen Besonderheiten versehen, die diese in ein gut gelungenes, jedoch, besonders für die Schülerinnen und Schüler, eher unkonventionelles Theatererlebnis verwandelten.
Das Stück fand in einer Art Arenasituation statt, bei der die Zuschauer auf vier Tribünen rund um eine eher kleine Bühne Platz nehmen und somit dem Geschehen von Anfang an sehr nahe sein konnten. Verstärkt wurde dieser Effekt durch die auf den Tribünen für die Produktion reservierten Sitzplätze, auf denen die Schauspieler im Laufe der Aufführung immer wieder Platz nahmen – niemals aus ihrer Rolle fallend, jedoch immer zwischen begeisterten und etwas überraschten Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften. Untermalt wurde das Schauspiel durch Musik der Band "Queen".
Zudem war die Inszenierung für nur vier Darsteller- zwei Frauen und zwei Männer- gemacht, die durch rasche Kostümwechsel, Perücken und so manchen falschen Bart immer wieder in andere Rollen schlüpften. Auch begeisterten sie des Öfteren durch spontane, lustige Interaktion mit dem Publikum; sei es unerwarteter – jedoch harmloser- Körperkontakt oder humorvolle Randbemerkungen.
Obwohl kaum bis gar nicht vom Originaltext der Tragödie abgewichen wurde, den besonders Schülerinnen und Schüler als eher trocken empfinden könnten, sorgte das Stück immer wieder für große Lacher und Begeisterung im Publikum.
Zusammenfassend ist wohl zu sagen, dass die Aufführung von „Faust I“ im Theater an der Rott sich als eine sehr besondere erwies, die es den Schülerinnen und Schülern durch ihren Witz und die Nähe des Publikums zu Schauspielern und Bühnengeschehen etwas und vielleicht sogar um einiges erleichtert hat, sich mit dem komplexen Fauststoff anzufreunden. Dieser ersten von OStRin Patrizia Gillner organisierten Theaterfahrt in diesem Schuljahr werden noch weitere für alle Jahrgangsstufen folgen, die dann von SchülerInnen ihres P-Seminars "Theater" angeboten werden.
Alessandra Aue

Die Comenianer erlebten einen ganz besonderen Theaterabend.