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#human: Abschlussarbeit des P-Seminars „Theater am Comenius“

Zielsetzung des Projekt-Seminars zur Studien- und Berufsorientierung (P-Seminar) ist, einen Beitrag zur Entwicklung von Handlungskompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern zu leisten. Im Seminar „Theater am Comenius“ bedeutet das konkret, dass die TeilnehmerInnen eine Theaterfahrt für die Schule organisieren und gemeinsam ein eigenes Theaterstück auf die Beine stellen müssen.
Im Kurs 2016/18, der aus 14 Schülerinnen und Schülern besteht, schrieb Jessica Hörl ein Stück, das sie in Zusammenarbeit mit dem ganzen Kurs einstudierte und am 10. und 11. Januar 2018 aufführte. Vormittags durften die Jahrgangsstufen 10 bis 12 die halbstündige Aufführung besuchen, abends gab es dann eine öffentliche Vorstellung. Zwei Schüler übernahmen die Technik, eine Schülerin die künstlerische Gestaltung und zwölf agierten als SchaupielerInnen auf der Bühne.
„Dieses Stück handelt von einem Mädchen und einem Jungen, von dir und von mir, von allen und von niemandem, von allem oder von nichts. Je nachdem, wie man es sieht.“ So lautet der Beginn von Jessica Hörls eigener Stückbeschreibung. Die Geschichte ist an Ovids Narziss-Sage angelehnt. Auf der Bühne sieht man Schulalltag mit unterschiedlichen Charakteren, die jeder kennt bzw. in denen sich jeder wiederfinden kann. Deshalb spricht das Stück auch jeden an und bringt zum Nachdenken.
Zu Beginn scheint es so, als würde sich die Geschichte um den Macho Leon und die Schülersprecherin Franziska drehen, die ein Date mit ihm möchte, zunächst aber von ihm abgewiesen und vor der Klasse bloßgestellt wird. Die Schülerin Luisa ist sehr introvertiert, was die extrovertierte, narzisstische Chiara dazu veranlasst, sie als Opfer ihrer herablassenden Sprüche und ihres respektlosen Verhaltens anzusehen. Keiner ihrer Klassenkameraden kennt Luisa genauer und weiß, was in ihr vorgeht. Letztlich sieht der Zuschauer, wie sie an der Situation zerbricht. Das Ende lässt offen, ob sie sich das Leben genommen hat, und zeigt nur ihre Mitschüler, die sich Vorwürfe machen, warum sie so gehandelt bzw. Luisas lautlosen Schrei nicht gehört haben. Egal, ob aktiver Täter oder stiller Mitläufer: Mit den Konsequenzen des eigenen Verhaltens muss jeder von ihnen leben.
Die Schlussworte in Jessica Hörls Gedanken zum Stück lauten:
„Das Stück vermittelt eines, das so simpel wie eindeutig ist: „human“
Wir sind es alle, Menschen, alle verschieden, aber doch alle gleich – Menschen.
Alle tragen wir manchmal Scheuklappen. Aber um die Menschlichkeit um uns herum zu erkennen, brauchen wir den Mut, diese Scheuklappen abzunehmen. Erst dann können wir sehen, wer neben uns steht, um uns herum, wer denselben Weg geht und wer nicht. Das Stück verkörpert den Alltag und ist doch so relevant: Wir wissen es alle: Wir sind human. Aber sind wir es wirklich? Wissen wir wirklich, was wir mit unseren Worten und Taten bewirken?“

Das P-Seminar "Theater am Comenius" mit Seminarleiterin Frau Gillner.