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Respekttag am Comenius

Respekt – einerseits klingt das Wort cool, nach Ehrenkodex. Andererseits aber auch nach hochgezogenen Augenbrauen und verärgertem Kopfschütteln, weil der Junge in Jeans nicht aufsteht, wenn eine alte Dame in den Bus steigt. Schon der antike Philosoph Sokrates hat sich über den mangelnden Respekt von Schülern gegenüber Lehrern beklagt. Das Problem ist also nicht neu - aber deshalb vielleicht umso interessanter. Denn die Frage ist doch: Lässt sich Respekt überhaupt einfordern? Und: Wovor sollten wir Respekt haben?
Genau damit beschäftigte sich die SMV am Comenius-Gymnasium und setzte mit einer Planungsgruppe um Schülersprecher Michael Husser und Mittelstufenbetreuerin Gabriele Eisenreich am 07.02.18 das Motto „Respekt“ in der Schulfamilie um. Im Rahmen einer Doppelstunde beschäftigte sich jede einzelne Klasse der Schule- von den 5. -bis zu den 12. Klässlern mit diesem Thema. Um die fundierte inhaltliche Gestaltung kümmerte sich die Verbindungslehrerin Patrizia Gillner. Sie hatte bereits im Vorfeld in ihrem P-Seminar das Theaterstück „#human“ erarbeitet, das die Jahrgangsstufe 7-9 zuerst anschaute und dann mit den Schauspielern diskutierte. Zudem kümmerte sie sich um eine Vielzahl von Referentinnen. Es referierten beispielsweise die Journalistin Frau Anja Schäfer vom Bayerischen Rundfunk für die 10. Jahrgangsstufe, oder die am Comenius ausgebildeten AntidiskriminierungstrainerInnen für die 5./6. Jahrgangsstufe, die verschiedene Rollenspiele mit den SchülerInnen machten, um erfahrbar zu machen, was Ausgrenzung bedeutet, um sich anschließend mit den Jugendlichen über Respekt vor anderen unterhalten zu können. Unterstützt wurden sie dabei von den drei aus Sierra Leone Geflüchteten Ibrahim, Abdullah und Aruna, die ihre Geschichte erzählten. Weil noch nicht alle ganz fit in der deutschen Sprache sind, übersetzte Pfarrer Gottfried Rösch, obwohl viele ihre Fragen auch gleich auf Englisch stellten und einiges gut verstanden. Als am Projekt interessierte Besucherinnen waren Frau Ursula Keßler von der Stadt Deggendorf (Externe Koordinierungs- und Fachstelle Demokratie leben!) und Frau Julia Eder (Koordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus) anwesend. Die authentischen Erzählungen der drei jungen Männer waren für die aufgeschlossenen UnterstuflerInnen sehr interessant und beseitigten vielleicht das ein oder andere Vorurteil, das respektvollen Umgang manchmal erschwert. Die Oberstufe befasste sich mit dem TV-Experiment „Der Rassist in uns“. Man fühlte sich als Beobachter in eine Rollensituation versetzt und begriff: So funktioniert Diskriminierung, so wirkt Rassismus.
Es ging an diesem speziellen Tag also um Formen der Wertschätzung dafür, dass jeder Mensch anders ist und dass jeder bereit sein sollte, dieses Andere nicht nur hinzunehmen, sondern es als Wert anzuerkennen. Alle SchülerInnen und LehrerInnen kamen ins Gespräch und füllten eine Karte aus, was Respekt für ihn/sie bedeutet. Diese Karten wurden als Collage zusammengetragen, die nun die kleine Pausenhalle verschönert. Ein gemeinsames Gruppenfoto aller Beteiligten rundete den Tag ab - als Symbol dafür, dass respektvoller Umgang eine Gemeinschaft mit Zukunft schafft.

Die Comenianer am Respekttag.