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fair@school: Drei Schulen als Vorbilder für Toleranz, Fairness und Diversität ausgezeichnet - Zweiter Platz für das Comenius-Gymnasium

Am Mittwoch, dem 20. Juni 2018, stand für zwölf Mitglieder der Schulfamilie des Comenius-Gymnasiums Deggendorf eine Reise an, die man wohl guten Gewissens als außergewöhnlich bezeichnen darf: Das vor einigen Jahren von OStRin Patrizia Gillner an unserer Schule eingeführte Antidiskriminierungstrainer-Projekt, das inzwischen aus dem Schulleben kaum mehr wegzudenken ist, wurde im Rahmenvon Fair@school, einem von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und dem Cornelsen-Verlag ausgeschriebenen Wettbewerb für Programme und Aktionen gegen Diskriminierung an Schulen, ausgezeichnet. Als wir letztjährige AntidiskriminierungstrainerInnen vor einigen Wochen von der Teilnahme unserer Schule erfuhren, waren wir bereits in eine engere Auswahl von 10 der bundesweit 52 teilnehmenden Bildungseinrichtungen aufgenommen worden und sollten nun in einem Interview mit einer Vertreterin des Zentrums für Bildungsintegration der Universität Hildesheim, das mit der Durchführung des Wettbewerbs betraut war, unser Projekt erläutern. Neben zehn Beteiligten, vornehmlich aus dem letztjährigen Ausbildungsgang, war auch Frau Gillner zugegen, ebenso unser Schulleiter Herr Höß. Wenngleich wir das Gespräch durchaus mit einem guten Gefühl beendeten, war die Freude und Überraschung dennoch groß, als wir erfuhren, dass wir einen der vordersten drei Ränge ergattert hatten, uns somit also eine Auszeichnung sicher war. An besagtem Mittwoch, den 20. Juni, machte sich nun also eine aus den oben genannten Interview-Teilnehmern bestehende Delegation auf den Weg nach Berlin, wo am folgenden Morgen im Bundesfamilienministerium die Preisverleihung stattfinden sollte. Nach der Anreise per ICE, dem Beziehen unserer Hotelzimmer und einem gemeinsamen Abendessen nutzten wir die verbleibende Zeit, um gemeinsam noch ein wenig die Stadt zu erkunden und dabei unter anderem dem Brandenburger Tor und dem Holocaust-Mahnmal einen Besuch abzustatten.
Am Morgen des nächsten Tages ging es dann mit wohliger Aufregung in Richtung Ministerium. Die Spannung wurde nicht zuletzt dadurch noch gesteigert, dass die genaue Abfolge der oberen drei Ränge ja bis zur Verleihung der jeweiligen Preise unklar blieb. Ein erstes Highlight versprach der im Programm beschriebene Ablauf der Veranstaltung aber bereits: Die Moderation sollte Eric Meyer übernehmen, der vielen von uns Schülern dank seines TV-Jugendmagazins pur+ aus jüngeren Tagen noch ein Begriff war. Unsere beiden Mitbewerber waren eine Gesamtschule aus Hamm in Nordrhein-Westfalen und eine Berufsschule aus Berlin-Wedding, die jeweils ebenfalls sehr eindrucksvolle Projekte vorzuweisen hatten, welche in den jeweiligen Laudationes kurz vorgestellt wurden. In Anbetracht dessen waren wir mehr als glücklich, als wir auf die Bühne gebeten wurden, um die Urkunde für den zweiten Platz entgegenzunehmen. Prof. Dr. Viola Georgi von der Universität Hildesheim, die die Laudatio auf unser Projekt hielt, hob als ausschlaggebendes Kriterium für die Auswahl des Comenius-Gymnasiums insbesondere die Nachhaltigkeit unseres Ansatzes hervor. Während sich andernorts oft das Problem zeige, dass die Wirkung der singulären Veranstaltungen relativ gering bleibe, sei in unserem Falle die Antidiskriminierungsarbeit eine fortlaufende Komponente des Schullebens und fest in die Abläufe innerhalb der Schulfamilie integriert. Dadurch, dass Jahr um Jahr Schüler die Toleranzbotschaft an jüngere weitergeben und die Thematik während des gesamten Schuljahres präsent ist, gehe die Wirkkraft nicht nach kurzer Zeit wieder verloren, sondern werde Jahr um Jahr, Schülergeneration um Schülergeneration erneuert und verstärkt. Gerührt von dem so gearteten Lob und von der ehrenden Auszeichnung – und ganz nebenbei auch vom Auftritt der Band Und wieder Oktober – mit einem Preisgeld von 2000 € in der Tasche und mit lange nachwirkenden Erinnerungen an diesen denkwürdigen Berlin-Aufenthalt kehrten wir nach Deggendorf zurück. Es ist nun ohne Zweifel geboten, derjenigen Person zu danken, die jenes so positiv aufgenommene Konzept an unserer Schule eingeführt und über die Jahre immer fester verankert hat: Seit 2014 leitet Frau Gillner nun schon das damals von ihr ins Leben gerufene AntidiskriminierungstrainerInnen-Projekt und zeigte dabei in all den Jahren stets größtes Engagement und beeindruckende Einsatzbereitschaft. Es sei Ihnen, liebe Frau Gillner, hier nun also noch einmal ganz herzlich Danke gesagt. Danke für dieses innovative Projekt und danke für die Impulse, die unsere Schule dadurch gewonnen hat. Bleibt zu hoffen, dass diese noch lange erhalten bleiben und dass das Bekenntnis gegen Ausgrenzung und Benachteiligung auch in Zukunft mit demselben Eifer weitergetragen wird.
Fotos: Jan Zappner.

Die Comenianer bei der Preisverleihung in Berlin mit Frau Gillner und Herrn Höß.

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