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20 Jahre USA-Austausch am Comenius

Seit nun zwanzig Jahren unterhält das Comenius-Gymnasium einen Schüleraustausch mit den USA, der von GAPP (German-American Partnership Program) gefördert wird. Diesmal waren es 25 Schülerinnen und Schüler, die sich etwa zwei Wochen vor Ostern unter Leitung von StD Josef Irl und OStRin Beate Fierlbeck auf den Weg nach Denver, Colorado machten. Dort sollten sie dreieinhalb Wochen in ausgesuchten Gastfamilien wohnen und die Standley Lake Highschool besuchen, um den amerikanischen way of life aus erster Hand kennenzulernen.
Gleich am ersten Tag ihres Aufenthalts stand eine Führung durch downtown Denver auf dem Programm, in deren Verlauf auch das Kapitol besichtigt wurde und die Schüler Gelegenheit hatten, den Abgeordneten beider Kammern des Parlaments bei ihrer Arbeit zuzuschaun. Einen atemberaubenden Blick auf die Stadt und das Umland, das vor allem von den Ausläufern der Rocky Mountains geprägt ist, erhielten die Deggendorfer im Anschluss, als sie auf der Dachterrasse eines der höchsten Gebäude der Stadt die grandiose Aussicht bewundern durften.
Natürlich geht es bei einem Schüleraustausch auch darum, das Schulsystem des anderen Landes zu erfahren, und so stand für die Schüler in den nächsten Tagen der Besuch der Schule im Vordergrund. Mit Hilfe ihrer Lehrer verschafften sie sich einen Überblick über das für unsere Verhältnisse riesige Angebot an Kursen und wählten dann unter Berücksichtigung persönlicher Interessen ihren Stundenplan. Da amerikanische Schulen Gesamtschulen sind, stehen neben akademischen Fächern auch Kurse wie Automechanik oder Kochen zur Wahl, ganz zu schweigen vom überwältigenden Angebot in den diversen Sportarten.
Aber nicht nur die schulischen Gegebenheiten sollten erkundet werden, viele andere Aktivitäten waren angesagt, wie etwa ein Willkommens-Potluck, bei dem jede Familie etwas Leckeres zu essen mitbrachte, oder ein Abend mit Line-dancing nach Cowboy-Art. Zur ganz besonderen Freude der Schüler konnten sie auch an einer Prom teilnehmen, dem offiziellen Abschlussball an der Highschool, den jeder Schüler lebenslang in Erinnerung behalten wird.
Bei einem Tagesauflug nach Boulder wurde die größte Teefabrik der USA, Celestial Seasonings, besucht, wo es durchaus exotisch anmutende Teekombinationen zu erproben gab, die bei den Schülern meist auf große Begeisterung stießen. Bei NCAR, dem National Center for Atmospheric Research, arbeiten Wissenschaftler aus aller Welt, darunter auch Max-Planck- Instituten, zusammen, um die neuesten Klimadaten zu erstellen und auszuwerten. In der Forschungsarbeit des Instituts geht es zunehmend auch um die Rolle des Menschen in Zeiten des Klimawandels.
Ein bedeutender Programmpunkt war wie jedes Jahr die viertägige Fahrt nach Santa Fe in New Mexico. Auf dem Hinweg wurde ein Zwischenstopp in Colorado Springs eingelegt, wo man mit dem head resident des German House, traditionsgemäß ein Student der Partneruniversität Regensburg, einen ausgiebigen Rundgang durch das ganze Gelände unternahm. Die Begeisterung der Schüler wurde etwas durch die Information getrübt, dass man als ‘Normalstudent” für ein Studium dort etwa 60 000 Dollar pro Jahr bezahlen muss.
Santa Fe selbst gilt als eine Stadt, die von Kunst und Kunsthandwerk geprägt ist. Neben namhaften Museen hat der Ort zahlreiche Geschäfte und Märkte, in denen der Besucher Kunst bewundern kann, darunter viel indianisches Schmuckhandwerk und Töpferware. In diesem Zusammenhang ist auch der Shidoni Sculpture Garden zu erwähnen, wo aus Bronze gegossene Skulpturen gefertigt und ausgestellt werden. Auch dem Vorgang des Bronzegießens konnte man in diesem Jahr beiwohnen. Am nächsten Tag folgte eine Wanderung im Bandelier National Monument, wo man auf den Spuren der frühgeschichtlichen Pueblo-Indiander wandeln konnte, bevor man bei einer Besichtigung des Bradbury Science Museums in Los Alamos brüsk in die Neuzeit katapultiert wurde. Dort wurde im 2. Weltkrieg die Atombombe entwickelt. Den unbestrittenen Höhepunkt der Reise bildeten aber sicherlich die Great Sand Dunes, deren Besteigung die letzte Herausforderung auf diesem Trip bildete. Die Mühen des Aufstiegs wurden durch den fantastischen Rundblick von oben mehr als ausgeglichen und bergab musste man seine Beine ja einfach laufen lassen - ein immenses Vergnügen!
Als es nach gut drei Wochen hieß, Abschied zu nehmen, waren aus Fremden Freunde geworden, die sich Gott sei Dank im Sommer beim Gegenbesuch der Amerikaner in Deggendorf bald wieder in den Armen liegen werden.